„Architektur auszustellen, in anderen Gebäuden erscheinen zu lassen, ist ein eigentlich widersprüchliches Unternehmen: Die meisten Bauten kann man besuchen“, so Annette Gigon und Mike Guyer. Das Medium Film hätten sie gewählt, um die tonnenschweren Gebäude zu versammeln, sie in ihrem alltäglichen Gebrauch in den Ausstellungsraum zu „transportieren“. Und so haben sie den Schweizer Filmemacher Severin Kuhn beauftragt, ihre Bauten zu dokumentieren. Auf den ersten Blick scheint es, als habe Kuhn nichts anderes gemacht als ein Fotograf: Er filmt, verzerrungsfrei, klassische Architekturansichten. Doch spielt er die Möglichkeiten des Films gegenüber dem Foto geschickt aus. Wenn er von einer festen Position filmt, quasi ein Standbild aufnimmt, lässt er ein Auto in eine Einfahrt einbiegen, Besucher durchs Museum laufen oder die Jalousie vor ein Fenster herunterfahren. Wenn er die Kamera doch bewegt, schwenkt er sie gemächlich, etwa so, als würde man selbst den Kopf drehen, um einen Raum vollständig zu erfassen.